Moritz Stroh

Mag. Moritz Stroh, unterrichtet Kommunikationspädagogik und Evangelische Religion an Wiener AHS und BMHS,
Lehrauftrag „Rhetorische Kommunikation“ an der Universität Wien

Eine Welt, die immer mehr zu Gewalt neigt, benötigt Orte der Begegnung auf Augenhöhe.
Begegnung der Religionen, Kulturen und Lebensgeschichten von Menschen, die miteinander vernetzt in Beziehung stehen.
Achtsame und respektvolle Kommunikation mit sich und anderen fördert das Verständnis für das Bekannte und das Unbekannte. Stille und Schweigen sind dazu innere Quellen, um wachsam etwas zur gemeinsamen Sache machen zu können im Bereich interreligiöser Begegnung und interkultureller Kommunikation.

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Vom Umgang mit der Zeit: Erfahrungsaustausch von Menschen im Ehrenamt und Interessierte

Wochenendseminar mit Gabriele Schandl und Moritz Stroh

„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“. (Offb. 21,6)

Menschen, die ehrenamtlich engagiert sind, haben viele Aufgaben. Oft ist es nicht leicht, die Balance von Familie, Beziehungen und Beruf zu finden. Dieses Wochenende möchte dazu beitragen, dieses Gleichgewicht zu entdecken und/oder neu zu beleben. Die Licht-Klause als eine Oase der Stille, des Gespräches und der Erholung in der Natur ist dafür ein guter Platz. Zielgruppe sind ehrenamtlich Engagierte in Kirchengemeinden und NGOs sowie Interessierte. Die Seminarstruktur ist offen und ergibt sich „auf der Suche nach lebendigem Wasser“ im Miteinander von Schweigen, Sprechen und Austausch.

Seminarleitung
Moritz Stroh, Wien, Lehrer an AHS/BHS, Theologe und Kommunikationspädagoge
Gabriele Schandl, Pöttelsdorf, Kuratorin der Evang. Pfarrgemeinde ebendort

Termin
Freitag, 20. April, 18 Uhr bis Sonntag, 22. April, 12 Uhr

Tagungskostenbeitrag
€ 100,00
Diese Seminarpauschale enthält die Verpflegungskosten vor Ort / excl. Nächtigung und Frühstück – Reduktion auf Anfrage möglich.

Übernachtungsempfehlung
Kulturpension Feuerlöscher – Prenningsgarten: http://www.prenningsgarten.at

Das Massaker von Marikana, Südafrika am 16.8.2012

und die berührende künstlerische Aufarbeitung des Massakers durch die traumatisierten Witwen von Marikana.

Kein Gemeinsames ist möglich, sofern wir uns nicht weigern unser Leben auf dem Leid anderer zu gründen und uns als von ihnen getrennt wahrzunehmen.“
Silvia Federici (Aufstand aus der Küche. Reproduktionsarbeit im globalen Kapitalismus und die unvollendete feministische Revolution, Berlin 2012. S. 100.)

WORKSHOP mit Dr. Jakob Krameritsch, akademie der bildenden kuenste, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften, Wien
mit Bodymaps der Witwen von Marikana

Zeugnisse der Hinterbliebenen eines Massakers in Südafrika im Kontext globaler Ausbeutung und transnationaler Solidarität

Am 16. August 2012 wurden 34 Minenarbeiter_innen der Platin-Minen von Marikana in Südafrika, die für höhere Löhne und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen streikten, von der Polizei erschossen – viele von ihnen auf der Flucht in den Rücken. Dieses Massaker von Marikana gilt als Wendepunkt in der Geschichte Südafrikas.

Der erfahrene Opferverband Khulumani (isiZulu für: Sprich es aus) bot den Hinterbliebenen eine Plattform der Begegnung und des Erfahrungsaustausches und unterstützte damit die Bildung einer Gruppe, die sich zunehmend einer gemeinsamen Stimme bediente. Der Kampf der Hinterbliebenen, der sogenannten ‚Witwen von Marikana’, um gerechte Entschädigungsleistungen ist heute, fünf Jahre nach dem Massaker, nicht vorüber. Weiterhin stehen Restitutionszahlungen aus. Bildgewaltiger Ausdruck dieses kollektiven Kampfes sind die Malereien, die von den Witwen im Rahmen dieser Workshops gemalt worden sind.

Witwen von Marikana: „Freedom! Freedom! Viva the Spirit of the Marikana Widows, viva!“ Ölpastelkreide& Lebensmittelfarbe auf Papier, 150 x 450cm, Mai 2014

Die Bilder sind „Bodymaps“, sie nehmen den eigenen Körperumriss zum Ausgangspunkt, sie fokussieren die eigene Verfasstheit und Perspektive. Der Körper selbst erzählt – durch die Gesichtsausdrücke, durch seine Haltung: stehend, liegend, kniend, rennend. Auf dem Körper und um ihn herum finden sich weitere Visualisierungen der Erfahrungen und Lebenswelt: Oft ist das Massaker selbst ins Bild gerückt, vielfach wird auf die harte Lebensrealität verwiesen, auf die existentiellen Schwierigkeiten und die Sorge um die Zukunft der nun vaterlosen Kinder. Gleichzeitig thematisieren die Bilder Hoffnungen, Erwartungen, zentrale Anliegen und Forderungen an die Verantwortlichen des Massakers, den Minenbetreiber, den Staat und die Polizei.

Nicht zuletzt adressieren diese Bilder auch Europa und den Globalen Norden: Platin, das weltweit wertvollste Metall, ist Bestandteil in jedem Autokatalysator. BASF, der weltweit größte Katalysatorenhersteller, ist Hauptkunde von Lonmin, des Minenbetreibers in Marikana. Obwohl sich BASF zu hohen Standards innerhalb seiner Lieferkette verpflichtet hat, hat der Konzern bisher davon Abstand genommen, die Hinterbliebenen und deren Communities zu unterstützen. Die Witwen von Marikana erzählen auch davon, dass die Arbeiter_innen, die das wertvollste Metall schürfen, unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten und wohnen, in Welblechhüttenslums ohne fließend Wasser und Strom, ohne Kanalisation und Müllabfuhr. Die Bilder der Witwen von Marikana klagen die europäische Rohstoffpolitik an.

Im Workshop werden einzelne Dimensionen dieses Massakers und dessen Konsequenzen anhand der Bodymaps der Witwen erläutert und diskutiert werden. Nicht zuletzt sollen verschiedene Aspekte einer Kampagne, die sich um transnationale Solidarität mit den Witwen und den MinenarbeiterInnen in Südafrika bemüht, diskutiert werden.

Weitere Informationen unter: www.basflonmin.com

Termin
Samstag, 13. Januar 2018 Beginn. 16 Uhr, Ende 19 Uhr